Aktive Passivität und Passive Aktivität
Im Ausbildungssystem A_LIVE werden die Zustände Aktive Passivität und Passive Aktivität als zwei Phasen eines natürlichen Regulationsprozesses betrachtet.
Viele Menschen leben heute in einem Zustand dauerhafter Aktivierung: Denken, Planen, Entscheiden und Reagieren. Das Nervensystem bleibt dabei häufig im sympathischen Aktivierungsmodus und findet nur schwer zurück in einen Zustand echter Ruhe.
Aktive Passivität ist deshalb der erste Schritt der Regulation.
Sie beschreibt einen bewusst gewählten Zustand des Nicht-Tuns, der dem Nervensystem erlaubt, wieder in seinen natürlichen Regulationszustand (Baseline) zurückzukehren.
Beispiele für aktive Passivität sind:
ruhiges Sitzen oder Liegen
bewusst verlangsamte Atmung
Reduktion sensorischer Reize
meditative Zustände
ruhige, gleichmässige Bewegung
In diesem Zustand sinkt das Aktivierungsniveau des Nervensystems, und der Körper kann wieder in parasympathische Regulation wechseln.
Erst wenn dieser Zustand erreicht wird, entsteht Raum für den zweiten Prozess: Passive Aktivität.
Passive Aktivität beschreibt einen Zustand, in dem Ideen, Einsichten und kreative Lösungen auftauchen können, ohne aktiv erzwungen zu werden.
Das Gehirn arbeitet weiterhin – jedoch freier und weniger kontrolliert. Neue Verbindungen und Perspektiven können entstehen.
Im A_LIVE Bildungssystem wird betont, dass Kreativität nicht durch Druck entsteht. Sie entwickelt sich vielmehr in Momenten von innerer Ruhe, Offenheit und regulierter Aufmerksamkeit.
Durch gezielte Übungen lernen Teilnehmende, ihr Nervensystem bewusst zu regulieren und so Zugang zu passiver Aktivität zu bekommen – einem Zustand, in dem Inspiration und neue Perspektiven natürlicherweise entstehen.
Co-Regulation im Team
Regulation ist nicht nur ein individueller Prozess. Auch in Gruppen beeinflussen sich Nervensysteme gegenseitig.
Ein ruhiger, regulierter Mensch kann dazu beitragen, dass sich das Aktivierungsniveau anderer Menschen ebenfalls stabilisiert. Umgekehrt kann starke Dysregulation in Teams Stress und Überaktivierung verstärken.
Deshalb ist Co-Regulation eine wichtige Kompetenz in Zusammenarbeit und Führung.
Wenn Menschen lernen,
ihr eigenes Nervensystem zu regulieren
Präsenz und Sicherheit auszustrahlen
aufmerksam miteinander zu arbeiten
entsteht ein Umfeld, in dem Kreativität, Zusammenarbeit und innovative Lösungen leichter möglich werden.
Im A_LIVE Ausbildungssystem werden deshalb sowohl Selbstregulation als auch Co-Regulation im Team trainiert.
So entsteht ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Aktivität und Regulation – eine Grundlage für mentale Klarheit, emotionale Stabilität und nachhaltige Leistungsfähigkeit.